Heinrich-Grupe-Schule Grebenstein 

Kooperative Gesamtschule mit Ganztagsangebot im Profil 2

 

Vom Montag, den 23. Februar bis zum Mittwoch, den 25. Februar 2026 waren Schülerinnen und Schüler der drei Schulen Heinrich-Grupe-Schule Grebenstein, Gustav-Heinemann-Schule Hofgeismar und der Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar in Grebenstein, um das Planspiel POL&IS (Politik und Internationale Sicherheit) aktiv zu gestalten. Die Heinrich-Grupe-Schule hatte dafür Räume zur Verfügung gestellt und die Organisation übernommen.

Das Planspiel ist ein anspruchsvolles Simulationsprojekt der Bundeswehr zur internationalen Politik und globalen Zusammenarbeit. Von Seiten der Bundeswehr nahmen die drei Jugendoffiziere Leutnant zur See Philipp Holzapfel (Kassel), Hauptmann Karim Yacout (Karlsruhe) und Oberleutnant zur See Florian Roth (Koblenz) teil. In dem mehrtägigen Workshop schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Regierungschefs, Wirtschaftsministern, UN-Vertretern, Weltpresse und NGOs (Greenpeace und Amnesty International), um weltpolitische Herausforderungen wie Klimawandel, wachsende Müllberge, Handelsbeziehungen und soziale Ungleichheit zu lösen.

Gleich zu Beginn kam es zu Krisen in Südamerika und Afrika, zu Wasserknappheit im arabischen Raum und relativ schnell stand auch ein großer Krieg am Horizont. Daher musste bereits im „ersten Spieljahr“ eine dringende Sitzung des UN-Sicherheitsrates stattfinden und die beiden UN-Generalsekretäre Sven Miszok und Jana Klinke mussten eine turbulente Sitzung leiten, bei der es hitzig um gefälschte Unterschriften und zurückgezogene Unterstützung ging. Auch wurden sehr widersprüchliche Positionen vertreten, so wechselten Regionen im Verlauf des Konfliktes ihre Position vollständig. Nicht ganz unrealistisch wurde damit ein innen- und außenpolitischer Richtungswechsel durch eine neue Regierung abgebildet.

Schon im ersten POLIS-Jahr wurde ein globaler Krieg gegen China abgewendet und eine gemeinsame Resolution erfolgreich formuliert.

Zusätzlich gab es einen spontanen Impulsvortrag zu Hintergrundwissen zum UN-Sicherheitsrat und Blauhelmsoldaten durch den Jugendoffizier Karim Yacout.

Im weiteren Verlauf tauchten neue Herausforderungen wie Kindersoldaten, Guerilla-Kämpfer, die große Frage nach KI und Sicherheit und Naturkatastrophen auf. Wirtschaftlich tauchten vor allem im zweiten Jahr einige Probleme auf – die Güter schienen nicht gut gehandelt zu werden. Außer das Müllproblem: hier bescheinigten die Bundeswehroffiziere den Schülerinnen und Schülern ein gutes Management.

Die Teilnehmenden der drei Schulen des Schulverbundes bildeten verschiedene Weltregionen und handelten miteinander Abkommen aus – oft mit überraschenden Ergebnissen. Dies war für die Schüler und Schülerinnen „sehr interessant“ und „spannend“. Es hat ihnen Spaß gemacht und war „sehr cool zu sehen, wie es in der echten Welt so läuft und das so nachzuempfinden.“ Obwohl die verschiedenen und komplexen Aufgaben „zunächst verwirrend“ schienen, fanden sich alle in die Thematik ein und arbeiteten meist zielführend für ihre Regionen und für den globalen Weltfrieden, wie es die Schüler und Schülerinnen selbst beschreiben. Viele meinten auch, dass POL&IS unbedingt hätte länger gehen müssen, sowohl an Stunden, als auch an Tagen. Dies zeigt beeindruckend den Einsatz der Schülerinnen und Schüler sowie die Motivation, welche von der komplexen Politiksimulation ausging.

Neben dem fachlichen Lernen standen auch Teamarbeit, Kommunikation und strategisches Denken im Mittelpunkt. Die betreuenden Lehrkräfte Herr Uebach und Herr Hund-Göschel und die drei Betreuer der Bundeswehr zeigten sich beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen. Auch die Lernenden erkannten schnell das Besondere an diesem Planspiel „Man sieht, wie komplex internationale Politik ist – und wie wichtig Kompromisse sind“, so das Zitat einer Schülerin.

Das Planspiel bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur einen praxisnahen Einblick in politische Prozesse, sondern förderte auch ihr Bewusstsein für globale Zusammenhänge und nachhaltiges Handeln und es wurde so zur Chance für alle Beteiligten, die eigene politische Handlungskompetenz zu erweitern. Außerdem wurde besonders durch die starke Krise zu Beginn auch einiges Hintergrundwissen zu den Vereinten Nationen erworben.

Zum Abschluss jedes POL&IS-Jahres präsentierten die Lernenden ihre Ergebnisse in einer gemeinsamen Plenarsitzung, bei der deutlich wurde: Weltpolitik kann nur im Dialog gelingen.

Artikel von: Paula Ramm, Gabriel Hund-Göschel, Wilhelm Uebach