Am 24. April 2026 stand in Hessen erneut alles im Zeichen der Handschrift: Der „Tag der Handschrift“, eine jährliche Initiative der Stiftung Handschrift in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium, setzte auch in diesem Jahr ein starkes Zeichen für das Schreiben mit Hand. Ziel der Aktion ist es, Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren, sich wieder intensiver mit der eigenen Handschrift auseinanderzusetzen – gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt.

Die Prämierung der Gewinnerinnen und Gewinner fand als Höhepunkt des 8. Hessischen Schülerschreibwettbewerbs im Museum Wiesbaden statt. Insgesamt 9.500 Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klassen hatten sich beteiligt und handschriftliche Briefe zum Thema „Zukunft“ eingereicht. Aus diesen wurden die 100 besten Beiträge ausgewählt und im Rahmen eines Festakts ausgezeichnet – und zudem in einem Buch veröffentlicht.
Unter den Preisträgerinnen befanden sich auch drei Schülerinnen der Heinrich-Grupe-Schule Grebenstein: Lena Redler und Greta Robrecht aus der Klasse G 06 b (unter der Leitung von Frau Marx) sowie Carlotta Seidel aus der Klasse G 07 a (unterrichtet von Herrn Göring). Für sie war die Ehrung ein besonderer Moment in einer rundum festlichen Veranstaltung.

Durch das Programm führte Rose Lore Scholz, Stadträtin der Landeshauptstadt Wiesbaden. Sie betonte die besondere Kraft der Handschrift mit den Worten: „Ein mit Hand geschriebenes Wort hat viel mehr Macht, als ein computergeneriertes.“ Musikalisch wurde die Veranstaltung von den „Leibniz-Strings“sowie dem Nachwuchskünstler NEO, bekannt aus „The Voice Kids 2025“, begleitet.

Auch der hessische Kultusminister Armin Schwarz war vor Ort und stellte sich den Fragen der Kinderreporter. Dabei machte er deutlich: „KI muss Lernpartner sein, darf aber keine Lernprozesse ersetzen.“ Zudem betonte er die Bedeutung eines starken Umfelds: „Starke Schülerinnen und starke Schüler durch starke Eltern und starke Lehrer!“ Für die Zukunft wünschte er den Kindern „Glück, Erfolg und Freude dabei, Dinge mit anderen gemeinsam zu gestalten, sowie tolle Gedanken aus persönlicher Begegnung für eine tolle Zukunft.“

Christian Boehringer, Vorstand der Stiftung Handschrift, sprach über die Herausforderungen und Chancen der Zukunft: „Das Problem mit der Zukunft ist, dass man nicht weiß, wie sie wird.“ Gleichzeitig ermutigte er die Schülerinnen und Schüler: „Vieles kann man nicht direkt beeinflussen, z. B. die Weltpolitik, aber was ich ändern kann und möchte, das sollte ich tun!“ und hob hervor: „Wer mit der Hand schreibt, versteht Lerninhalte besser.“
Auch Geschäftsführer Raoul Kroehl unterstrich die Bedeutung des Schreibens: „Schreiben lernen = Denken lernen“ und ergänzte motivierend: „Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen!“ Kinder, so seine Überzeugung, wollen aktiv mitgestalten und haben viele wertvolle Ideen und Vorschläge.
Der Wettbewerb greift ein zentrales Problem auf: Immer mehr Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, nach der Grundschule flüssig und sicher zu schreiben. Dabei zeigt die Forschung, dass handschriftliches Schreiben nicht nur die Feinmotorik fördert, sondern auch die Erinnerungsleistung verbessert und die Kreativität steigert. Das Schreiben auf Papier aktiviert das Gehirn umfassender als das Tippen auf digitalen Geräten.
Nach der feierlichen Preisverleihung hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, das Museum zu erkunden. Besonders beliebt war ein Selfie mit der berühmten Ophelia-Darstellung von Friedrich Wilhelm Theodor Heyser, die durch ein Musikvideo von Taylor Swift zusätzliche Aufmerksamkeit erlangt hatte.
Bei strahlendem Sonnenschein fand der Tag schließlich seinen Ausklang mit einem gemeinsamen Gruppenfoto aller Preisträgerinnen und Preisträger auf der großen Treppe vor dem Museum. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Brezeln und Getränke rundeten diesen besonderen Tag ab.

Der Tag der Handschrift 2026 zeigte eindrucksvoll: Handschrift ist weit mehr als nur ein Werkzeug – sie ist Ausdruck von Persönlichkeit, Kreativität und Denken.
Christin Marx






