
Seit dem Anfang der letzten Woche zeigt sich die Neue Aula mit ungewohnter Ausstattung: Der großzügige Raum wird aktuell von 26 Postern in Form von Roll-Ups eingefasst, die zur mobilen Ausstellung „RECHTSaußen – MITTENdrin? Rechtsextremismus: Erscheinungsformen und Handlungsmöglichkeiten“ gehören. Konzipiert vom Demokratiezentrum Hessen hat die Ausstellung das Ziel über Rechtsextremismus aufzuklären und konkrete Handlungsmöglichkeiten – insbesondere in den Bereichen Schule, Familie, Verein und Kommune – aufzuzeigen.



Am 06.05.2026 wurde die Ausstellung im Rahmen einer „Kulturpause“ offiziell eröffnet. Hierfür konnte mit Matthias van der Minde ein ehemaliger Schüler der Heinrich-Grupe-Schule gewonnen werden. Van der Minde wirkt heute als Berufsschullehrer an den Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen und engagiert sich seit vielen Jahren im Kontext der Demokratiepädagogik. Als Reaktion auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke 2019 in dessen Wohnhaus und die rassistisch motivierten Morde in Hanau im Jahr 2020 initiierte van der Minde im Landkreis Waldeck-Frankenberg u.a. die Arbeitsgruppe „Region gegen Rassismus“, um ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Dem ehemalige HGS-Schüler gelang es, mit den gut 50 Anwesenden – vorwiegend Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgangsstufen – in einen Austausch darüber zu treten, ob ihnen im (schulischen) Alltag bereits Rassismus begegnet ist und wie man sich in konkret erlebten Situationen verhalten kann. Van der Mindes Plädoyer ist hier pragmatisch: Er riet dazu, wenn möglich eine Öffentlichkeit für das konkret wahrgenommene Problem zu schaffen und weitere Personen zum Hinschauen und Einschreiten zu motivieren. Vorrang habe aber stets der Eigenschutz, sodass die Schülerinnen und Schüler im Zweifel lieber Unterstützung von Lehrkräften, Eltern oder der Polizei holen sollten als unüberlegt zu intervenieren.


Auch Gymnasialzweigleiter Dirk Weidmann, auf dessen Initiative die Posterausstellung an die Heinrich-Grupe-Schule geholt wurde, unterstrich in seinen Eröffnungsworten, dass Demokratie nicht nur ein Rechtssystem ist, sondern eine Haltung im Alltag: „Alltagsrassismus beginnt oft klein und wird größer, wenn niemand widerspricht. Demokratie lebt davon, dass Menschen nicht wegsehen, wenn andere unfair behandelt werden. Wer bei Ungerechtigkeit schweigt, überlässt den Lautesten das Feld.“ In diesem Sinne möge die Ausstellung die Schulgemeinde über (historische) Hintergründe und aktuelle Tendenzen in Bezug auf Rassismus informieren. Bis zum 22.05.2026 steht die Ausstellung nun allen Schulklassen der Heinrich-Grupe-Schule im Unterricht sowie in ausgewählten Pausen zur Verfügung. Zudem sind auch weiterführende Schulen im Schulverbund eingeladen, die Ausstellung mit ihren Klassen zu besuchen, sodass viele Bildungseinrichtungen in der Region von der Ausstellung profitieren können.







