Am 8. September 2026 fand in Meimbressen eine bewegende Stolpersteinverlegung statt, an der auch Schülerinnen und Schüler der Klassen G10a und G10b unserer Schule teilnahmen. Um 10 Uhr begann die Veranstaltung am „Gasthaus Bornmann“ in Meimbressen, von wo aus sich ein Rundgang zu insgesamt 25 Stolpersteinen anschloss. Die Steine erinnern an vier jüdische Familien, die einst in Meimbressen lebten und während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt, vertrieben und getötet wurden.

An jeder der vier Verlegestellen lasen Schülerinnen und Schüler die Biografien der einzelnen Familienmitglieder vor und machten so aus abstrakten Zahlen wieder Menschen mit Namen, Gesichtern und Lebensgeschichten. Musikalisch begleitet wurde der Rundgang von Elena Padva vom „Sarah-Nussbaum-Zentrum für Jüdisches Leben“ aus Kassel, die mit Gitarrenbegleitung berührende Lieder sang, darunter „Ich hab‘ kein Heimatland“. Die Musik verlieh den Momenten des Innehaltens an jedem Stolperstein eine besondere Tiefe.
An der ersten Verlegestelle „An der Nebelbeeke“ wurde an die Familie Goldwein II erinnert, die aus den Eltern Meier und Minna und ihren Kindern, Ruth, Ilse, Samuel, Hilde und Walter bestand. Meier überlebte den Holocaust, beging aber später Suizid aufgrund seiner traumatischen Erlebnisse.
An der zweiten Verlegestelle „Auf dem Kampe 4“ erinnerten die Schülerinnen und Schüler durch ihre vorgelesenen Biografien an das Ehepaar Jakob und Rosa Goldwein und deren Kinder Gretchen, Salie, Ludwig und Karl. Außerdem lebte ihr Angestellter Willy Löwenstein auch in diesem Haus.
An der dritten Verlegestelle „An der Nebelbeeke 17“ lebten Levi Frankenberg und seine Frau Mathilde mit ihren Kindern Curt und Käthe. Gemeinsam mit seinem Bruder Jakob Frankenberg betrieb er das Familiengeschäft „S. Frankenberg“. Der Familie gelang durch die Flucht vor der SA-Diktatur die Rettung nach Erez-Israel, wo sie die Siedlung Kfar Yedidia mitgründeten – dort leben bis heute Nachfahren.

An der letzten Verlegestelle lebte Jakob Frankenberg mit seiner Frau und den Kindern Flory, Louis, Arthur, Mathilde und Marianne. Nur zwei der Kinder überlebten den Holocaust, die übrigen Familienmitglieder wurden ermordet.
Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler, wie viele Menschen an der Veranstaltung teilnahmen – darunter auch Nachkommen der Familien, die eigens aus Israel angereist waren. Als schön wurde empfunden, dass Menschen unterschiedlicher Generationen gemeinsam innehielten und der Opfer gedachten.

Für die Jugendlichen war es sehr wichtig, sich mit einzelnen Personen und ihren individuellen Schicksalen auseinanderzusetzen, statt nur abstrakt über „die Judenverfolgung im Nationalsozialismus“ zu sprechen. Ein Name, ein Lebensweg, ein Ort – das berührt anders und bleibt in Erinnerung, mehr als es ein Text im Schulbuch je könnte. Die Stolpersteinverlegung war damit nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch eine pädagogisch wertvolle Erfahrung, die weit über den regulären Unterricht hinausging.







