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Lucy Hellenbrecht an der HGS

Interessierte Schüler*innen hatten am 28.02.2024 die Möglichkeit, den Worten von Lucy Hellenbrecht, (Model, Schauspielerin und Influencerin) zu lauschen. Lucy Hellenbrecht ist eine vielseitige Persönlichkeit, die u.a. durch ihre Arbeit in der Mode- und Unterhaltungsbranche bekannt geworden ist. Doch ihr besonderes Herzensthema ist die Arbeit für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft. Diese schilderte die junge Frau anhand ihrer ganz persönlichen Transition.

Lucy Hellenbrecht teilte mit den Schüler*innen ihre Erfahrungen aus ihrer nicht immer leichten Schulzeit, dem Weg ihrer Transition und der beruflichen Karriere. Durch ihre Präsenz konnten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Welt des Modelns, der Schauspielerei und des Einflusses der sozialen Medien gewinnen. Die Schüler*innen hatten die Möglichkeit anonyme Fragen an Frau Hellenbrecht zu stellen, welche sie mit viel Geduld beantwortete und sich für jede Frage/jedes Anliegen der Schüler*innen ausreichend Zeit nahm.

Lucy Hellenbrecht berichtete über die vielen Vorteile, die sie als Person des öffentlichen Lebens habe, zeigte zugleich aber auch die Schattenseiten auf, die mit ihrem Outing verbunden waren, wie z.B. Mobbing und vor allem Cybermobbing.

Im Anschluss konnten noch einige Fotos mit dem Model geschossen werden. Die Schüler*innen zeigten sich dankbar für den Einblick in ihr Leben.

Der „Wochenendrebell“ Jason von Juterczenka besucht die HGS

Er fühlte sich schon früh wie auf einem falschen Planeten, so beschreibt Jason von Juterczenka die ersten Tage im Kindergarten. „Ich war richtig, aber die anderen waren falsch.“  Was der 18-Jährige den beiden zuhörenden Klassen G10a und G10b am vergangenen Montag in der Aula erläuterte, ist das „Wrong Planet Syndrom“. Auf einem falschen Planeten gestrandet zu sein, die Regeln ihrer Bewohner nicht zu verstehen, so drücken Menschen mit Asperger/Autismus eher „scherzhaft“ ihr Anderssein aus.

Und genau darum und um noch viel mehr ging es in dem eineinhalbstündigen Gespräch, zum dem die beiden Deutschlehrerinnen der G10 Klassen Frauke Lackner, Christiane Melzer und Gymnasialleiter Dirk Weidmann Jason von Juterczenka eingeladen hatten.

Inhalt in den letzten Wochen des Deutschunterrichts waren ein Buch und ein Film, die beide in den letzten Jahren Erfolge feierten.

„Die Wochenendrebellen“ begann als regelmäßiger Blog, den Jasons Vater Mirco über seine Ausflüge mit seinem autistischen Sohn Jason in die Fußballstadien Deutschlands veröffentlichte. Ziel war für beide, dass Jason seinen Lieblingsverein suchen und finden könnte. Das war allerdings dann keine einfache Angelegenheit, denn Jason stellte Regeln auf, die es zu erfüllen galt.

Aus dem Blog entstand ein Buch, was sich lohnt zu lesen. Denn mit viel Herz geschrieben erfährt der Leser, die Leserin, wie schwer und durchaus auch kurios es ist, mit einem Menschen mit Asperger/Autismus zu leben.

Die Klassen interessierte, wie aus dem Buch schließlich ein Film wurde. Jason berichtete, dass auf das mittlerweile mehrfach ausgezeichnete Buch ein Drehbuchautor aufmerksam wurde und er in enger Absprache mit dem Autor schließlich dem Filmprojekt zustimmte.

Die Wochenendrebellen – der Film entstand.

Auf großes Interesse der Klassen stieß ebenfalls das Drehen des Films und alles, was dazu gehört. Jason berichtete, dass u.a. die Szene, in der er und sein Vater mitspielen, fast sechs Stunden dauerte bis sie „im Kasten“ war. Keine leichte Aufgabe. Des Weiteren zeigte Jason großen Respekt für die Rolle des kleinen Jungen, der im Film Jason darstellte. Noch heute habe er Kontakt zu ihm. Seine Familie, sein Vater und auch seine Mutter seien m Film realitätsgetreu darstellt worden. Auf die Mobbingsituationen, die der Film zeigte, angesprochen, erklärte Jason, dass sie in der Realität viel „krasser“ gewesen seien.  „Junge Kinder sind einfach schlimmer“, so fast Jason es zusammen.

Nach dem Schulwechsel von der Grundschule in die HGS habe er versucht Distanz zu SchülerInnen aufzubauen, um Konflikten aus dem Wege zu gehen. Die Zeit in der Mittelstufe war zwar etwas einfacher, aber insgesamt auch keine leichte Zeit für ihn. Erst in der Oberstufe, in der Jason jetzt sein letztes halbes Jahr verbringt und im Frühjahr sein Abitur ablegt, entspannte sich für ihn das schulische Leben. Jason sagt über sich, dass „Freunde finden“ nie eine leichte Aufgabe war und Kommunikation schwierig sei, denn er kann unterschwellige Botschaften nicht entschlüsseln. Er erkennt keine emotionalen Verletzungen und Gefühlszustände sind fast egal. Das habe dann oft zu Missverständnissen geführt. Heute wissen seine Freunde über seine Besonderheiten Bescheid und berücksichtigen sie. Alles sei viel einfacher geworden.

Befragt nach seiner Zukunft, nach seinem „Traumleben“ antwortet der Abiturient, dass seine Zufriedenheit stark von der globalen Lage der Welt abhängig sei. Und die beschreibt er als desaströs. Vieles laufe falsch. Jason möchte Physik studieren und forschen. „Einen Beitrag für die Menschheit leisten“, das sei sein großes Lebensziel. Am Forschungszentrum CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in der Schweiz hat Jason bereits ein Schul-Praktikum absolviert. Somit ist er nah dran, an den großen Entwicklungen unserer Welt.

Die Frage eines Schülers nach Jasons möglicher Karriere als Politiker, in dessen Rolle er auch die Welt verbessern könne, antwortet er schnell, dass seine Kompromisslosigkeit dem im Wege stehen würde.

Die Geschichten um Jason, seinen Vater Mirco und die „Abenteuer“ der Wochenendrebellen gehen weiter. Diesmal haben beide gemeinsam an der Fortsetzung geschrieben. In „Chaos auf Augenhöhe“ erfährt der Leser, die Leserin wie es weitergeht nach 2016.

Eine Kostprobe des neuen Buches gab Jason von Juterczenka in der Kulturpause der HGS, was ca. 100 Schüler_Innen und Lehrer_Innen sehr interessierte.

Die HGS freut sich auf ein Wiedersehen mit neuen Erlebnissen der „Wochenendrebellen“ und interessantem Austausch mit diesem bemerkenswerten jungen Erwachsenen, der mit Intelligenz und Mut seine besonderen Herausforderungen bewältigt.

Wer noch mehr wissen will, der schaut nach unter:

Wochenendrebell.de

RHB

Verleihung des FSSJ-Siegels

Grebenstein. Am 23.02.2024 wurde der Heinrich-Grupe-Schule im Beisein der Vizelandrätin des Landkreises, Frau Engler sowie Frau Ramus vom Freiwilligendienst Kassel das FSSJ-Siegel verliehen.

FSSJ steht für Freiwilliges Soziales Schuljahr und rückt das ehrenamtliche Engagement durch Schülerinnen und Schüler innerhalb der Schulgemeinde in den Fokus und würdigt diesen zusätzlichen gemeinnützigen Einsatz von 2 Stunden pro Woche bzw. 80 Stunden pro Schuljahr.

Anwesend waren BusbegleiterInnen sowie Mitglieder der Schülervertretung, um gemeinsam mit Schulleiterin Martina Boye-Griesel und Realschulzweigleiterin Laura Bodden das Siegel entgegenzunehmen.

Frau Engler hob die besondere gesellschaftliche und schulische Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Frau Ramus betonte, dass die schulische Vernetzung und das nötige Engagement elementar und wichtig sind, um die Schulgemeinde zu unterstützen.

LJ

Feierliche PiT-Siegelverleihung an der HGS

Grebenstein. Mit großer Freude konnte die HGS heute in einem feierlichen Rahmen das Siegel des Programmes „PiT – Prävention im Team“ entgegennehmen. Nach einigen einleitenden Worten von Schulleiterin Martina Boye-Griesel folgten Grußworte von Frau Engler (Vize-Landrätin im Landkreis Kassel), Herrn Sprafke (Staatliches Schulamt Kassel), Herrn Sutor, dem Grebensteiner Bürgermeister, Herrn Berbig (stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Kassel) und Herrn Aschermann vom Netzwerk gegen Gewalt (Polizeipräsidium Nordhessen).

In den Grußworten der eingeladenen Gäste wurde das Engagement für ein gewaltfreies Miteinander – auch im schulischen Umfeld hervorgerufen und betont. PiT stellt somit seit Jahren einen wichtigen Baustein in der gemeinsamen Präventionsarbeit an der HGS dar.

Die Veranstaltung wurde durch zwei musikalische Beiträge der Klasse G6b sowie einer tänzerischen Einlage der Tanzgruppe von Jorge Parra abgerundet.

Die Klasse G7b von Frau Meister stellte anhand einer Präsentation die Eindrücke aus der Projektwoche im Januar zusammen. Ein besonderer Dank gilt dabei den Schüler*innen Adrian, Can und Anabell, die die Gäste mit einer tollen Moderation durch die Präsentation führten.

PiT ist ein opferzentriertes Programm des Landes Hessen, welches Schülerinnen und Schülern ermöglicht, eigene, gewaltfreie Handlungsmöglichkeiten in gewaltbesetzten Situationen zu entwickeln und auszuprobieren. Dabei ist der Trainingsansatz immer gewaltfrei.
Die Klasse G7b wurde an fünf Tagen auf das Thema Gewalt im öffentlichen Raum aufmerksam gemacht. Unter anderem beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Bausteinen: Gefühle und Gewalt, Konfliktausstieg und Helferverhalten.

Ziel des Projektes ist es, Jugendliche des 7. Jahrgangs zum Thema Gewalt zu sensibilisieren und sprachfähig zu machen. Unter dem Motto „Erfahren statt Belehren“, lernte die Klasse in opferzentrierten Trainings, Sprachlosigkeit in Gewaltsituationen zu überwinden und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie entwickelten Strategien, um in Gewaltsituationen handlungsfähig zu bleiben.

Die Durchführung des Projektes wurde von den Lehrkräften Herrn Bikic und Frau Seewald, der UBUS-Kraft, Frau Fechner sowie dem Schutzmann vor Ort, Herrn Schmalz begleitet. Gerade die multiprofessionelle Aufstellung des Teams, ermöglicht einen guten Austausch und die Einnahme unterschiedlicher Blickwinkel auf die Thematik. Alle Teilnehmenden hatten viel Freude bei der Umsetzung.

 

 

Vorlesewettbewerb 2023/24 in Hofgeismar – Kreisentscheid

Eine angenehm aufgeregte und gespannte Stimmung herrschte am Vormittag des 22.02.2024 beim Kreisentscheid des 65. Vorlesewettbewerbs 2023/24 an der Gustav-Heinemann-Schule. Unter dem Motto „Meine Superkraft: Vorlesen“ waren 13 Kinder aus dem Landkreis Kassel eingeladen, unter ihnen auch Frederik Weidmann aus der G6b der Heinrich-Grupe- Schule. Alle wurden von der Organisatorin Frau Söhne und dem Schulleiter der Hofgeismarer Gesamtschule, Herrn Schwab, herzlich begrüßt.

Dass Vorlesen eine besondere Kunst ist, stellten die 13 Kinder, die alle bereits Großartiges geleistet haben und als Sieger aus ihrer jeweiligen Schule hervorgegangen sind, unter Beweis. Die diesjährige fünfköpfige Jury hatte wahrlich keine leichte Aufgabe, denn die Leseleistung der Schülerinnen und der vier Schüler war unglaublich hoch.

Gelesen wurde aus sehr unterschiedlichen Büchern, von gerade neu erschienenen, wie „Skyborn, die Goldflügelprüfung“, bis hin zu echten Kinderbuchklassikern wie „Krabat“ von Otfried Preußler. Auch Frederik las aus einem bekannten Kinderbuch, dem „Wunschpunsch“ von Michael Ende vor und begeisterte mit seinem Lesevortrag die Zuhörer.

Am Ende gab es ein Stechen zwischen fünf Kindern, die allesamt einen für sie fremden Text aus „Die ??? kids – Besuch von Michael Jackson“ zu lesen hatten. Auch hier war beeindruckend, wie sicher, flüssig und gut betont alle Kinder diesen Fremdtext nach nur einer Minute Vorbereitungszeit vortragen konnten.

Schließlich ging Frederik Weidmann als Sieger aus diesem Wettbewerb hervor und machte damit deutlich, dass seine „Superkraft“ ganz sicher das Vorlesen ist.

Die Schulgemeinde gratuliert Frederik ganz herzlich zu seinem Erfolg und wünscht ihm für den Bezirksentscheid alles Gute!

 

Wiebke Hüner

 

Wieder einmal eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag

Auch in diesem Jahr fand zum wiederholten Male KomPo 7 an der HGS statt. Vom 07.02. – 09.02. erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klassen H7, R7a und R7b etwas andere Einblicke während ihrer Zeit in der Schule. Zu einem großen Teil ging es darum, im Team zu arbeiten, was in der heutigen Arbeitswelt eine Selbstverständlichkeit darstellt.

Bei erlebnis- und handlungsorientierten Übungen ging es beispielsweise darum, eine Murmelbahn aus Papier zu bauen, wobei die Murmel möglichst lange rollen sollte, ein Ei mit Hilfe von Strohhalmen vor dem Zerbrechen zu retten (aus 2,40m Höhe gar nicht so leicht), bei der Übung Heliumstab eine Holzleiste auf 16 Fingern zu Boden zu bringen oder die Familie Meier in den Zoo zu begleiten.

Einen ganz besonderen Stellenwert hatte auch dieses Mal wieder das Jobinterview, für das sich die drei Klassen Fragen überlegten, die dann Vertretern aus der Wirtschaft gestellt werden durften. Dieses Mal waren mit Herrn Frank vom Garten- und Landschaftsbau Betrieb aus Grebenstein und Kevin Gante (selbst Schüler an der HGS und 2010 abgegangen) vom gleichnamigen Fliesenlegerfachbetrieb zwei Gäste aus dem Handwerk vor Ort und beantworteten alle Fragen, die die Schülerinnen und Schüler auf dem Herzen hatten. Hierbei ging es beispielsweise um Fragen zum jeweiligen Betrieb, zur Ausbildung, zu den Arbeitsbedingungen oder den Arbeitsmitteln. Etwas zu lachen gab es bei der Frage an Herrn Gante, ob es denn auch anstrengende Kunden gibt und was der speziellste Auftrag war. Wie wichtig der Aspekt der Kreativität für einen Fliesenleger ist, erfuhren die Schülerinnen und Schüler dann mit der Antwort. Der Wunsch wurde umgesetzt und es gab eine glückliche Kundin mehr.

Alles in allem lässt sich festhalten, dass die Schülerinnen und Schüler einiges über ihre Stärken und zwei sehr interessante Berufe erfuhren und was Chefs von zukünftigen Praktikanten und Auszubildenden erwarten. Darüber hinaus wurde deutlich, dass es oftmals einfacher ist gemeinsam verzwickte Situationen zu lösen und es auch einiges zu lachen gab. Wie das Helium in die Holzleiste gelangte und diese, trotz aller Bemühungen, sie auf den Boden abzulegen, immer wieder in die Höhe schwebte, bleibt einigen Schülerinnen und Schülern wohl noch länger ein Rätsel?!

Ein herzliches Dankeschön gilt allen unterstützenden Kolleginnen und Kollegen sowie Herrn Frank & Herrn Gante!

Die G7b lässt sich zum Thema Gewaltprävention schulen – PiT – Prävention im Team

Nach den Winterferien fand in Neuauflage und in Neubesetzung das Gewaltpräventionsprojekt „PiT“ – (Prävention im Team) in der Zehntscheune in Grebenstein statt.

PiT ist ein opferzentriertes Programm des Landes Hessen, welches Schülerinnen und Schülern ermöglicht, eigene, gewaltfreie Handlungsmöglichkeiten in gewaltbesetzten Situationen zu entwickeln und auszuprobieren. Dabei ist der Trainingsansatz immer gewaltfrei.


Die Klasse G7b wurde an fünf Tagen auf das Thema Gewalt im öffentlichen Raum aufmerksam gemacht. Unteranderem beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Bausteinen: Gefühle und Gewalt, Konfliktausstieg und Helferverhalten.
Ziel des Projektes ist es, Jugendliche des 7. Jahrgangs zum Thema Gewalt zu sensibilisieren und sprachfähig zu machen. Unter dem Motto „Erfahren statt Belehren“, lernte die Klasse in opferzentrierten Trainings, Sprachlosigkeit in Gewaltsituationen zu überwinden und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie entwickelten Strategien, um in Gewaltsituationen handlungsfähig zu bleiben.

Die Durchführung des Projektes wurde von den Lehrkräften Herrn Bikic und Frau Seewald, der UBUS-Kraft, Frau Fechner sowie dem Schutzmann vor Ort, Herrn Schmalz begleitet. Gerade die multiprofessionelle Aufstellung des Teams, ermöglicht einen guten Austausch und die Einnahme unterschiedlicher Blickwinkel auf die Thematik. Alle Teilnehmenden hatten viel Freude bei der Umsetzung.

 

KI und Digitalisierung im Unterricht – Pädagogischer Tag an der HGS

Grebenstein. Während die Schülerinnen und Schüler der HGS zum Halbjahresbeginn, versorgt mit Aufgaben noch einen Tag zu Hause arbeiteten, fand am Dienstag der traditionelle pädagogische Tag der Lehrkräfte statt.  Das Thema des heutigen Tages lautete „KI und Digitalisierung – Chancen und Herausforderungen für den Lehrberuf“ und wurde von den beiden Lehrerinnen Amy Jakings-Engel und Julia Wiedmann organisiert und angeleitet.

Im Begrüßungswort betonte Schulleiterin Martina Boye-Griesel die Bedeutung künstlicher Intelligenz im pädagogischen und schulischen Kontext. Sie sei mittlerweile an den Schulen und in der Gesellschaft angekommen und man dürfe vor ihr nicht die Augen verschließen, sondern sukzessive die vielfältigen Potentiale nutzen und unter fachkundiger Anleitung in den Unterricht implementieren.

Frau Wiedmann und Frau Jakings-Engel, die sich bereits seit mehr als 3 Jahren mit der Thematik befassen, stellten unterschiedliche Tools und Apps vor, die den Schulalltag erleichtern sowie Lernprozesse begleiten und unterstützen können. Richtig angewandt stellt KI eine Bereicherung dar, das „Know-How“ müsse schrittweise vermittelt werden und soll einen Baustein digitalen Lernens abbilden.

Im zweiten Teil des Tages befassten sich die Lehrkräfte, eingeteilt in verschiedene Arbeitsgruppen der Fachbereiche mit inhaltlichen Fragen bezüglich der Unterrichtsgestaltung innerhalb der einzelnen Fächer und arbeiteten erste Unterrichtskonzepte heraus, die mit Hilfe von KI gestaltet werden können. Somit blicken alle Beteiligten man auf einen interessanten und gewinnbringenden Tag zurück, der die Unterrichtspraxis perspektivisch erleichtert und digitales Arbeiten ergänzt.

LJ

 

Lesung von Dr. Martin Doerry – „Toleranz. Nur darum geht es.“

Grebenstein. Es war für alle Beteiligten eine Premiere: Für die Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen der Heinrich-Grupe-Schule Grebenstein und auch für den Journalisten und Historiker Dr. Martin Doerry, der am letzten Montag im Januar aus seinem Buch „Lillis Tochter. Das Leben meiner Mutter im Schatten der Vergangenheit – eine deutsch-jüdische Familiengeschichte“ las.

Das im Herbst 2023 erschienene Buch thematisiert das Trauma seiner Mutter Ilse Doerry, die nicht nur den frühen Verlust ihrer eigenen Mutter Dr. Lilli Jahn erlebte, sondern auch zeitlebens versuchte, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Das Trauma des Verlusts der von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordeten Mutter, die Verantwortung des Mädchens für die jüngeren Geschwister, die fortwährenden Ressentiments auch nach Ende des NS-Regime, hatten bei Ilse Doerry tiefe Spuren hinterlassen. Zudem litten sie und ihre Geschwister darunter, dass ihr Vater Ernst Jahn Verantwortung am Tod Lillis trug. Darüber hatten Ilse Doerry und ihre Geschwister jahrelang geschwiegen. Doerry las Auszüge und während dieser 50 Minuten herrschte in der Neuen Aula gebannte Aufmerksamkeit. Interesse, Betroffenheit, Nachdenklichkeit – all das zeigte sich in den Gesichtern der Jungen und Mädchen.

Von der Gelegenheit, im Anschluss Fragen zu stellen, machten die künftigen Schulabgänger regen Gebrauch und dabei drehte sich nicht alles um den Inhalt des Buches. Doerry ging auf jeden Beitrag ein, antwortete zu seiner Religiosität, möglichen Schreibblockaden und Zeiträumen, bis ein Buch erscheine und fand hier einen guten Zugang zu seinem Publikum. Gefragt, wie die Geschwister seiner Mutter auf das Projekt reagierten, aus den Briefen ein Buch entstehen zu lassen, berichtete der Hamburger, dass sie zunächst nicht begeistert gewesen seien. Das Thema sei zu privat, habe ein Argument gelautet. Schließlich habe die Einsicht in die politische Notwendigkeit, über das Thema zu berichten, zu Akzeptanz geführt. Mit einem emotionalen Beitrag meldete sich eine externe Zuhörerin zu Wort. Sie schilderte, dass sie an der Jacob-Grimm-Schule, der Bildungseinrichtung, die auch Ilse Doerry besucht hatte, ihr Abitur abgelegt und später in Immenhausen als Lehrerin gearbeitet habe. Die Lesung in Grebenstein hatte bei der älteren Dame sichtlich für Emotionen gesorgt: „So etwas wie heute hier an dieser Stelle, habe ich noch nicht erlebt.“ Sie erzählte, dass auch in ihrer Familie zu viel geschwiegen worden sei und endete mit dem Rat an die Jugendlichen: „Seid neugierig!“ Auf ihren Appell folgte lebhafter Applaus. Den gab es auch nach einem Bekenntnis von Martin Doerry. Dieser war gefragt worden, mit welchem Ziel er sein 2. Buch hatte schreiben wollen. „Zunächst einmal wollte ich die Frage beantworten, was aus dem Mädchen geworden ist. Je älter man wird, desto größer wird das Interesse, mehr über die eigene Familie zu erfahren.“ Gleichzeitig betonte er, dass es wichtig sei, heute solche Geschichten zu erzählen und leitete über zu einer Wahrnehmung, die er beim Betreten der Schule gemacht habe: „Als ich die Treppe zur Aula hochging, sah ich an den Stufen viele Begriffe wie Wertschätzung, Respekt, Empathie und Toleranz. Da war ich ganz beglückt!“

Sein Plädoyer: „Das sind die Basics, nur darum geht es. Es gibt keinen Grund, Juden zu hassen, Menschen zu hassen, die anders sind. Wir müssen das Anderssein tolerieren. Wenn man diese Begriffe beherzigt, dann ist die Gesellschaft zu Demokratie fähig.“

Im Anschluss an die Veranstaltung in Grebenstein las Doerry an der Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar vor den Geschichtskursen der Q3.

Susann Adam